Nach der Bombardierung Magdeburgs am 16. Januar 1945 war die dicht besiedelte Altstadt nahezu komplett zerstört. Zu DDR-Zeiten wurden kriegsbeschädigte Bauwerke abgerissen, auch mit dem ideologischen Ziel eine neue sozialistische Stadt zu schaffen.

Mit der Doktrin der Führungsrolle der SED sollte es gelingen, die Fäden des politischen, geistigen, wirtschaftlichen, gesellschaftlichen Lebens in den parteilichen Machtzentren zusammenlaufen zu lassen. Eine „Diktatur des Proletariats“ konnte aus dem Selbstverständnis der Partei heraus nur dadurch sichergestellt werden, dass ständige Kontrolle und Einflussnahme in jeglichen Bereichen ausgeübt wurde.

Die ersten freien Wahlen für ein Magdeburger Stadtparlament nach den Jahren der Nazi- und SED-Herrschaft fanden am 6. Mai 1990 statt. Die SPD wurde mit 32,98% stärkste Fraktion und Wilhelm Polte ward der erste Oberbürgermeister nach der Wende. Er führte die Stadt bis 2001.

Poltes Tätigkeiten umfassen u. a. sein Engagement für Reformen in der DDR und die Arbeit am „Runden Tisch“ der Stadt Magdeburg, die Zeit als Präsident des Städte- und Gemeindebundes und Jahre als Mitglied des Landtages von Sachsen-Anhalt. Der Alt-OB im Ruhestand wird uns am Donnerstag aufzeigen, wie in Magdeburg eine neue politische Agenda gesetzt wurde.